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Sechs Romane der Extraklasse

Shortlist zum Deutschen Buchpreis veröffentlicht


Frankfurt/Main (dpa). Vier Autorinnen und zwei männliche Kollegen stehen mit ihren neuen Romanen auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis. Der Wettbewerb um den besten deutschsprachigen Roman des Jahres wird am 8. Oktober entschieden.

Der Gewinner der wichtigsten Auszeichnung der Branche wird zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse benannt. Er erhält 25.000 Euro; die übrigen Finalisten bekommen 2500 Euro. Die Auszeichnung wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergeben.

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María Cecilia Barbetta

Nachtleuchten

Der Roman erzählt von der gespenstischen Atmosphäre am Vorabend eines politischen Umsturzes. Die Protagonisten aus der ganzen Welt haben sich in Buenos Aires eine Existenz aufgebaut. Dort kämpfen sie, jeder auf seine Art, für die Revolution und eine bessere Zukunft. Doch politische Spannungen zerreißen das Land, Aberglaube und Gewalt schleichen sich in die Normalität.(S. Fischer, 528 Seiten, 24 Euro)

Maxim Biller

Sechs Koffer

Eine Familiengeschichte und ein virtuoser literarischer Kriminalroman, politisch hochaktuell. In jeder Familie gibt es Geheimnisse und Gerüchte, die von Generation zu Generation weiterleben. Hier reicht die böse Kraft eines solchen Gerüchts bis in die Gegenwart. Die Geschichte einer russisch-jüdischen Familie wird aus sechs Perspektiven erzählt. Opfer: der in der Sowjetunion hingerichtete Großvater des Berliner Erzählers. Unter Verdacht: die eigene Verwandtschaft. Eine Geschichte über unsere moderne zerrissene Welt.(Kiepenheuer & Witsch,208 Seiten, 19 Euro)

Nino Haratischwili

Die Katze und der General

Alexander Orlow, ein russischer Oligarch und »Der General« genannt, hat ein neues Leben in Berlin begonnen. Doch die Erinnerungen an seinen Einsatz im Tschetschenienkrieg lassen ihn nicht los. Da ist er schuldig geworden, und nun ist der Zeitpunkt der Abrechnung gekommen. Der Roman lotet die Abgründe aus, die sich zwischen den Trümmern des zerfallenden Sowjetreichs auftun – eine psychologisch tiefenscharfe Geschichte über den Krieg in den Ländern wie in den Köpfen.(Frankfurter Verlagsanstalt,750 Seiten, 30 Euro)

Inger-Maria Mahlke

Archipel

Ein großer Familienroman von der Peripherie des Kontinents: von Teneriffa, der Insel des ewigen Frühlings. Die junge Rosa kehrt auf die Insel zurück. Rosa sucht. Was, weiß sie nicht. Doch für eine Weile sieht es so aus, als könnte sie es im Asilo, dem Altenheim von La Laguna, finden. Dort, wo Julio noch mit über 90 Jahren den Posten des Pförtners innehat. Julio war Kurier im Bürgerkrieg und Gefangener der Faschisten – und Rosas Großvater.(Rowohlt, 432 Seiten, 20 Euro)

Susanne Röckel

Der Vogelgott

Eine grimmige Geschichte, groß erzählt. Die Mitglieder einer wissenschaftlich orientierten Familie werden durch eine zufällige Entdeckung auf einem Kirchenbild in den schwer durchschaubaren Mythos eines Vogelgottes hineingezogen. Doch der ist mehr als nur ein Mythos: In einer elenden Gegend der Erde leben die Verehrer des Vogelgotts. Aber ihre geheime Welt entpuppt sich als die unsere, in der uns die Natur die Freundschaft aufkündigt.(Jung und Jung,272 Seiten, 22 Euro)

Stephan Thome

Gott der Barbaren

China, Mitte des 19. Jahrhunderts. Eine christliche Aufstandsbewegung überzieht das Kaiserreich mit Terror. Ein idealistischer deutscher Missionar, der bei der Modernisierung des Reiches helfen will, reist nach Nanking, um sich ein Bild zu machen, und gerät zwischen die Fronten eines Krieges, in dem er alles zu verlieren droht. An den Brennpunkten des Konflikts begegnet der Leser einem Ensemble so zerrissener wie faszinierender Persönlichkeiten. Der Roman wirkt wie ein Vorgriff auf unsere krisengeschüttelte Gegenwart. Die Rebellen errichten einen Gottesstaat, der in verstörender Weise auf die Terrorbewegungen der Moderne deutet.(Suhrkamp, 720 Seiten, 25 Euro)

Quelle. WESTFALEN-BLATT - Kultur - Mittwoch, 12. September 2018, S. 21

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nachdem ich hier die longlist vorgestellt habe neulich - nun die von einer jury ausgewählte shortlist von 6 top-romanen. 

und doch habe ich gestern noch einen beitrag gehört oder gelesen, dass der neue ikea-katalog kaum noch bücherregale enthält, weil das "zielpublikum" jüngerer jahrgänge kaum noch gedruckte bücher konsumiert.

bücher werden "gehört" beim autofahren oder in der straßenbahn oder beim fahrradfahren oder joggen per kopfhörer, aber so papierwälzer kauft wenigstens diese "zielgruppe" kaum noch. alles wissen dieser welt ist als info-häppchen per smartphone in echtzeit abrufbar - und es gebe sogar die ersten abiturienten, die nie im leben ein buch zur hand genommen hätten - mir ist nicht bekannt, ob davon jemand anschließend "germanistik" oder "literaturwissenschaft" studiert hat.

man muss das zur kenntnis nehmen: aber wenn jetzt schon im internet die zeitungsartikel mit leseminuten gekennzeichnet werden, werden vielleicht auch bald die bücher statt mit seitenzahlen mit "hördauer" angegeben -  ...

und schon früher habe ich beim anblick gewaltiger lp-sammlungen oder auch cassetten-sammlungen und inzwischen vielleicht cd-sammlungen gedacht: wann will der sammler das jemals alles hören - so alt kann ja niemand werden ... - da ist das "haben-wollen" und "haben-müssen" das wichtigere ...

man muss schauen, wieviel lebenszeit man in welche medien - mit gewinn - investieren will ...




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