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Michel Houellebecq - sinedi-bearbeitung nach einem fotoausschnitt |
Der beste Weg um zu überleben, ist nicht, den Wettbewerb zu gewinnen, sondern viel eher, ihm zu entkommen.
Dies ist ein Punkt, der bedeutsame metaphorische Folgen hat. Für den Reichtum der Nationen: Der beste Weg um zu überleben ist nicht, dasselbe zu produzieren wie alle anderen, nur wettbewerbsfähiger; es ist, etwas zu produzieren, das niemand anders produzieren kann. Selbst für den kulturellen Bereich: Sollten meine Bücher mich überdauern, dann nicht, weil sie besser sind als die anderen, sondern weil sie anders sind. Ein Schriftsteller, der überlebt, ist ein Schriftsteller, der Bücher schreibt, die niemand sonst schreiben kann.
Michel Houellebecq
Auszug aus dem Manuskript der Rede, die Michel Houllebecq am Freitag, 19. Oktober 2018, bei der Verleihung des ersten Oswald-Spengler-Preises in Brüssel hielt. Aus dem Französischen übersetzt wurde es von David Engel, Präsident der Oswald Spengler Society.
Quelle: https://edition.welt.de/issues/182282510/kultur/article/182407240
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also - michel houellebecq kann nicht nur schrägen verschmitzten klamauk - sondern er kann auch brav eine laudatio auf sich selbst für eine preisverleihung halten.
und dabei sagt er etwas für mich jedenfalls in dieser zeit sehr weises, was vielleicht meiner diesem post nachfolgenden grafik etwas widerspricht (→"der weg dahin ist der weg dadurch") - aber er drückt etwas aus, was ich als notorischer "drückeberger" und als staatlich geprüfter "kriegsdienstverweigerer" schon vor 50/60 jahren durchaus als lebensmotto, als leitmotiv auch mit internalisiert habe: "Der beste Weg um zu überleben, ist nicht, den Wettbewerb zu gewinnen, sondern viel eher, ihm zu entkommen."
als ich vor ein paar jahren nach 50 jahren ein "klassentreffen" meiner volksschulabschlussklasse besuchte, erinnerten sich meine mitschüler jedenfalls an mich, als derjemige, der beim sport stets "kniff", der angst hatte, vom 3-meter-brett zu springen - und der, der beim geräteturnen und beim wettkampfsport meist auf der bank saß - und den anderen zusah.
mir bescherte das in allen zeugnissen damals eine beton-"fünf" - und machte meinen notenschnitt kaputt - aber dafür sind meine knochen fast alle heile geblieben - und einen meniskusriss habe ich mir auf einer rolltreppe zugezogen, nicht beim fußball ...
kurz & gut: ich war - und ich bin in mancherlei hinsicht - ein "schisshase", und ich bin auf wunderbare weise oft dem "wettbewerb entkommen"oder bin ihm aus dem wege gegangen, wie das houellebecq jetzt als "überlebensnotwendig" besingt: ich habe mich nicht körperlich sondern meist geistig "auseinandergesetzt", was mir auch sinnvoll erschien und durchaus auch insgesamt in meiner lebensbilanz honoriert wurde ... - auf alle fälle könnte die welt friedlicher sein, wenn man allgemein meinem beispiel folgen würde - behaupte ich mal ...
als ich vor ein paar jahren nach 50 jahren ein "klassentreffen" meiner volksschulabschlussklasse besuchte, erinnerten sich meine mitschüler jedenfalls an mich, als derjemige, der beim sport stets "kniff", der angst hatte, vom 3-meter-brett zu springen - und der, der beim geräteturnen und beim wettkampfsport meist auf der bank saß - und den anderen zusah.
mir bescherte das in allen zeugnissen damals eine beton-"fünf" - und machte meinen notenschnitt kaputt - aber dafür sind meine knochen fast alle heile geblieben - und einen meniskusriss habe ich mir auf einer rolltreppe zugezogen, nicht beim fußball ...
kurz & gut: ich war - und ich bin in mancherlei hinsicht - ein "schisshase", und ich bin auf wunderbare weise oft dem "wettbewerb entkommen"oder bin ihm aus dem wege gegangen, wie das houellebecq jetzt als "überlebensnotwendig" besingt: ich habe mich nicht körperlich sondern meist geistig "auseinandergesetzt", was mir auch sinnvoll erschien und durchaus auch insgesamt in meiner lebensbilanz honoriert wurde ... - auf alle fälle könnte die welt friedlicher sein, wenn man allgemein meinem beispiel folgen würde - behaupte ich mal ...
und deshalb habe ich auch in der überschrift für diesen post, den "cleveren feigling" hochleben lassen...
ich bin in mancherlei hinsicht sicherlich auch mutig - aber ich musste unterscheiden lernen, wann sich ein einsatz als geistige auseinandersetzung auch tatsächlich "lohnt" - koste es was es wolle - oder wann man lieber "den schwanz einzieht" - und davontrottet - aber nicht, ohne ein paar mal zu knurren ...
und damit bin ich jetzt doch schon durchaus immer noch vital nun "etwas in die jahre gekommen" ...
schon mein vater hatte diese maxime: "streit vermeiden" ausgegeben - was er gern immer süffisant paradox verpackte mit: "nur keinen streit vermeiden" ...