![]() |
zum Original-BILD-Essay: click here |
und hier die Stellungnahme aus "titel-thesen-temperamente - ttt" von Max Moor dazu:
Schluss mit Moor:
Stolpersteine für Nazis?
Was wäre, wenn es nicht nur für Holocaust-Opfer, sondern für NS-Täter Gedenksteine gäbe? Max Moor rechnet das mal durch ...
![]() |
click auf die steine zum original-video |
stolpersteine - das liegt wohl in der bezeichnung der kleinen mahn-plaketten an sich - werden immer mal wieder zu "steinen des anstoßes": in münchen wurde jahrzehntelang im rat beraten, ob man stolpersteine überhaupt legt. die präsidentin der "israelitischen kultusgemeinde münchen und oberbayern", charlotte knobloch, kämpfte vehement dagegen an, weil sie der meinung war, "auf den opfern des holocaust dürfte nicht noch einmal herumgetreten werden" ... inzwischen einigte man sich in münchen auf kleine aufrecht montierte erinnerungs-platten an wänden und mauern ...
die stolpersteine sind ja keine grabsteine - sondern einzelne hinweisplaketten auf den letzten wohnsitz der nazi-mordopfer - soweit bekannt: und geben vielleicht anlass, nachzudenken, wenn man über sie "stolpert" ... nicht mehr - aber auch nicht weniger ...
und in berlin gab es eine handvoll rechte vandalen und zerstörer, die es sich zur aufgabe machten, mit einem werkzeug die messingplättchen der stolpersteine mit den opfernamen vom grundstein abzuknipsen - ganze straßenzüge entlang ...
und doch hat der schöpfer dieses größten dezentralen europäischen mahnmals, der künstler gunter demnig, gegen all diese hindernisse bis heute über 70.000 stolpersteine gelegt - mit der erlaubnis der jeweiligen stadt-ordnungs- und bau-ämter, die ihm dazu per ratsbeschluss jeweils die genehmigung erteilten und sozusagen die schirmherrschaft übernahmen - hand in hand mit den jeweiligen "stolperstein-paten" und "paten-gemeinschaften", die den stein dann jeweils für 120 euro legen lassen.
und nun kommt die bild-zeitung daher mit ihrer "schnaps-idee" (karnevals-anfang ist ja datumsmäßig nicht weit entfernt)- wieder mal, um eine nonsens-diskussion anzuzetteln in dieser rechts-populistisch aufgeladenen zeit - besonders aber wohl auch, um diese neue herumschwadronierende rechte auflagenmäßig und als werbekunden bei der stange zu halten: die könnten dann nämlich ihre "helden" und heutigen "holocaust-verleugner(innen)" auch mal "gebührend" auflesen - und vielleicht verlören sie dann ja im duhnen kopp den überblick, welcher stein nun abzukappen sei und welcher nicht ... - ich sag ja: mal wieder eine echte "schnapsidee" der bild-zeitung:
rasch in ein paar dutzend zeilen hingeklirrt - und sowohl die negativen als auch die positiven bewertungen dazu sind ja letztlich "werbung" und clicks und rückmeldungen - und kurbeln in jedem falle das "geschäft" an - und darum geht's ... - und die täter und die opfer sind doch in wiklichkeit nach 80 jahren sowas von schnurzpiepegal - auf ein paar steinchen mehr oder weniger kommt es da doch gar nicht mehr an ... - und irgendwie ärgere ich mich, mit einer solchen stellungnahme wie hier an dieser rigorosen schwarz-weiß-verkaufsstrategie der bild beteiligt zu sein ... tschuldigung ...