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3 millionen für einen brief

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Repro des "Gottesbriefes" von Einstein an Eric Gutkind - S. 1 - Quelle: welt.d|REUTERS






Was Einstein in seinem „Gottesbrief“ schrieb


Von Stefan Beutelsbacher | welt.de


In New York wurde eines der berühmtesten Schreiben der Welt für eine Millionensumme versteigert: der Gottesbrief von Albert Einstein. Die deutlichen Zeilen geben Einblick in die Gedanken des Genies – jenseits der Wissenschaft.


einstein - bildbearbeitung: sinedi|art



Glaubte er an Gott, der große Wissenschaftler? Hielt der Mann, der als einer der wichtigsten Physiker aller Zeiten gilt, die Bibel für wahr? Albert Einstein schien überzeugt, das Universum kenne keinen Zufall. Im Dezember des Jahres 1926 schrieb er sinngemäß: „Gott würfelt nicht.“ Viele Menschen meinten daraufhin, Einstein sei religiös. Aber da täuschten sie sich wohl.

Das zeigt ein Brief, der nun in New York versteigert wurde: Einsteins sogenannter Gottesbrief. Zwei Seiten, handgeschrieben, auf denen das Genie über den Sinn des Lebens sinniert. Es handelt sich offenbar um ein sehr begehrtes Schriftstück. Während der Auktion bei Christie’s lieferten sich zwei anonyme Bieter per Telefon einen vierminütigen Wettstreit. Am Ende fiel der Hammer bei 2,9 Millionen Dollar – das ist fast doppelt so viel, wie Christie’s erwartet hatte.



Es war einer der letzten Briefe, die Einstein schrieb. Er verfasste die Zeilen im Januar 1954, etwa ein Jahr vor seinem Tod. Das Schreiben lässt tief in die Gedankenwelt des Wissenschaftlers blicken. „Das Wort Gott ist für mich nichts als Ausdruck und Produkt menschlicher Schwächen, die Bibel eine Sammlung ehrwürdiger, aber doch reichlich primitiver Legenden“, formulierte Einstein. „Keine noch so feinsinnige Auslegung kann (für mich) etwas daran ändern.“

Eine Enttäuschung für alle, die den Physiker nach seinem berühmten Ausspruch „Gott würfelt nicht“ für gläubig hielten. In dem Brief, adressiert an den Philosophen Eric Gutkind, distanziert sich Einstein von Gott.

Es war nicht das erste Mal, dass Christie’s einen Brief Einsteins versteigerte. Vor einigen Jahren wechselte ein maschinengetipptes Schreiben aus dem August 1939 für zwei Millionen Dollar den Besitzer. Darin warnt Einstein den damaligen amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt vor der Gefahr einer „Bombe neuen Typs“: der Atombombe.

Die Briefe sind wohl auch deshalb so wertvoll, weil sie den Albert Einstein jenseits der Wissenschaft zeigen. Sie beweisen, dass der Mann, durch seine Relativitätstheorie zum Star geworden, längst nicht nur über Formeln grübelte – sondern auch über Gott und den Weltfrieden.

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ob damit nun das letzte wort über einstein & dem lieben gott gesprochen ist: ich weiß nicht, ob ich das päpstlicher als der papst sehe, aber der große exakte wissenschaftler und denker einstein schreibt ja in dem brief erst einmal ausdrücklich - als jude: 

"Das Wort Gott ist für mich nichts als Ausdruck und Produkt menschlicher Schwächen, die Bibel eine Sammlung ehrwürdiger, aber doch reichlich primitiver Legenden ..."

"das wort gott". und nun wissen wir ja, dass in diesem brief ein jude einem juden schreibt - und beiden ist es in ihrem glauben ja traditionell untersagt, GOTT selbst "unsinnigerweise" irgendwie zu benennen und zu bezeichnen: die elberfelder bibel-übersetzung, die nah am urprungstext ist, schreibt im 3. gebot:

"Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht zu Nichtigem aussprechen, denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen zu Nichtigem ausspricht."

es geht also in dem brief von jude zu jude vielleicht nicht in erster linie um den begriff, GOTT/JHWH himself - "persönlich", sondern hier schildert einstein seinen eindruck zu dem WORT"GOTT", welches ja nicht aus "nichtigem Anlass" ausgesprochen werden soll. eric gutkind - der empfänger des briefes - gilt heute als "esoterischer mystiker" mit jüdischen wurzeln - >> s. wikipedia. um die aussprache des gottesnamens zu vermeiden, verwendet das judentum die ersatzlesungen "adonai" oder "haschem" (der name). 

das umschreiben des gottesnamens war um die zeitenwende im vom hellenismus und pharisäismus geprägten palästinischen judentum üblich, um das 3. gebot (ex 20,7) „führe nicht den Namen JHWHs, deines gottes aus nichtigem anlass“ nicht unabsichtlich zu verletzen. nur der hohepriester durfte den gottesnamen am jom kippur (versöhnungstag) aussprechen, wobei der laute gesang der leviten dies akustisch überdeckte. spätestens seit 100 n. chr. wurde der gottesname im judentum nicht mehr genannt: in alten schriften ist deshalb auch immer "vom unaussprechlichen" die rede.

aber gerade im krieg und nach dem krieg gab es ja in der (jüdischen) bevölkerung natürlich viele momente und anlässe, um den schreckensruf: "o gott!" auszurufen - "herr gott, erhöre mich" - oder zu fluchen: "herr gott nochmal" - "ach gottchen" usw.

der name des herrn wurde also geradezu inflationär und auch vermehrt aus nichtigem anlass benutzt und genutzt - und ich glaube, auch das steckt in den zeilen einsteins. es war in erster linie ein WORT, ein AUSRUF im schrecken und eben "ein produkt menschlicher schwäche", wie einstein das formuliert hat.

und zur bibel: die bibel ist ja nun mal nicht wie von geisterhand vom himmel zur erde gefallen, sondern sie ist das "produkt" vieler redakteure und schreiber über viele jahrhunderte hin: und gerade in der bibel wird die unterschiedliche "qualität" all der propheten durchaus benannt. die bibel fasst immer die geschichten und erfahrungen verschiedenster menschen und gruppen mit ihrem gott zusammen - und sie ist in ihrer entstehung auch immer ausdruck der jeweiligen "politischen strömung" in der tempelhierarchie in der jeweiligen entstehungszeit der verschiedenen texte - und im neuen testament dann die bei ihrere niederschrift 100 jahre alten geschichten und aufzeichnungen zu jesus, wie sie die jüdische jüngergemeinde, die judenchristen in der diaspora, die von paulus bekehrt wurden, und die dann allmählich sich vom ursprünglichen judentum absonderten: für einen strammen und belesenen juden und wissenschaftler, der die bis heute einzigartig gültige relativitätstheorie beschrieben hat, sind das dann in einem brief an einen jüdisch-mystischen esoteriker besonders auch in den schöpfungsgeschichten und im neuen testament durchaus auch "sammlungen ehrwürdiger, aber doch reichlich primitiver legenden ..."

ob mit diesem nun 3-millionen-brief sich nach meinem dafürhalten ein latenter tatsächlicher abschließender atheismus einsteins belegen lässt - da sei das wörtchen "wort" - "WORT GOTT" - vor:
natürlich ist das in der bibel gedruckte wort von der entstehung der welt für einen top-physiker nur eine "sammlung primitiver legenden" - aber es ist ja das ungeübte und unwissenschaftliche gestammel von gläubigen ihrer zeit, die ihre erfahrungen und beschreibungen zu diesem gott notiert haben - nicht mehr und nicht weniger ...

und dass ER nicht oben im himmel auf einem thron sitzt, von engelein bedient - und neben ihm zu seiner rechten jesus und auf der anderen seite zu seiner linken der heilige geist und davor die heilige jungfrau - das hat sich ja nun bereits in vielen texten und im derzeitigen gottesbild längst niedergeschlagen.
an einen solchen "gott als person"  glauben ja selbst der papst und die fortschrittlichen theologen aller drei abrahamitischen glaubensrichtungen (christen, muslime, juden) kaum mehr ...

oben im "welt"-text steht der satz: "Eine Enttäuschung für alle, die den Physiker nach seinem berühmten Ausspruch „Gott würfelt nicht“ für gläubig hielten." 

ich glaube, inzwischen gibt es so viele glaubenüberzeugungen, wie es individuen gibt - und das ist auch gut so ...

alle attribute zu diesem GOTT sind einfach unentscheidbar - die einen sagen so - die anderen sagen so - aber für mich "ist ER - und war ER - und wird ER immer sein" - und es bleibt das immerwährende bestaunen - "eine unbegrenzte Bewunderung der Struktur dieser Welt" - und seine leitung und führung und sein "be-hüten" - gott als "navi" für den "richtigen" weg ...

albert einstein nämlich schreibt in einem brief vom 24. märz 1954, abgedruckt in: Albert Einstein: The Human Side. Hrsg. von Helen Dukas und Banesh Hoffman. Princton, New Jersey 1981, S. 43:

"Es war natürlich eine Lüge [gemeint sind alle überlieferungen zu seinem ausspruch: "gott würfelt nicht!" - s.o.], was Sie über meine religiösen Überzeugungen gelesen haben, eine Lüge, die systematisch wiederholt wird. Ich glaube nicht an einen persönlichen Gott und ich habe dies niemals geleugnet, sondern habe es deutlich ausgesprochen. Falls es in mir etwas gibt, das man religiös nennen könnte, so ist es eine unbegrenzte Bewunderung der Struktur der Welt, so weit sie unsere Wissenschaft enthüllen kann.“






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