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man nehme: 19 zutaten für gute lyrik - oder: "das versmaß, der jambus, bringt den wechsel von unbetonter und betonter silbe."

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LYRIK

Dichten für Anfänger


Ein Gedicht kann auch derjenige schreiben, der kein Dichter ist. Eine Handreichung in 19 Paragrafen.


Von Matthias Heine

Mehr Krebs, weniger Heideröslein! Wer ein Gedicht schreiben will, sollte strukturiert vorgehen



Das Gedicht hält man in Deutschland für ein Ding, das aus dem möglichst unmittelbaren Innerlichkeitsausdruck geboren wird. Die technische Seite der Poesie gilt als Zwangswerk. Zumindest sehen Laien das so. Die Dichter wussten es schon immer besser.

Goethe hat im „Benvenuto Cellini“ über das Florenz der Medici geschrieben, wie sehr damals allein die allgemeine Kenntnis bestimmter Regeln auch Menschen, die keine Originalgenies waren, befähigte, akzeptable Poesie hervorzubringen: „Die beschränkte Form der Sonette, Terzinen und Stanzen war allen Köpfen der damaligen Zeit durch fleißiges Lesen früherer Meisterwerke und fortdauernden Gebrauch des Versprunks dergestalt eingeprägt, dass jeder, auch ohne Dichter zu sein, ein Gedicht hervorzubringen vermochte.“ Die folgende knappe Handreichung soll auch Ihnen helfen, ein Gedicht hervorzubringen, ohne ein Dichter zu sein.

1. Vergessen Sie ihre Stimmungen

Niemand interessiert, was Sie empfinden. Folgen sie Mallarmés Maxime, ein Gedicht werde nicht aus Gefühlen gemacht, sondern aus Wörtern. Glauben Sie nicht, Heinrich Heines „Der Tod, das ist die kühle Nacht, das Leben ist der schwüle Tag, es dunkelt schon, mich schläfert, der Tag hat mich müd’ gemacht“ sei so schön, weil es eine authentische Stimmung ungefiltert ausdrückt. Heine hat danach noch Jahrzehnte munter weitergelebt. Es ist so schön, weil Heine wusste, wie man Wörter, Reime und Betonungen setzte. Wie Gottfried Benn sagt: „Die Inhalte eines Gedichtes, sagen wir Trauer, panisches Gefühl, finale Strömungen, die hat ja jeder, aber Lyrik wird daraus nur, wenn es in eine Form gerät, die diesen Inhalt autochthon macht, ihn trägt, aus ihm mit Worten Faszination macht.“

2. Stellen Sie sich nicht ins Gedicht

Gottfried Benn hat es verboten. Mit Recht: Dass ein Ich im Text etwas andichtet. Das funktioniert meist so, dass die Natur, ein Wetterphänomen oder ein Gegenstand besungen wird und es dann gegen Ende des Gedichts eine Wendung zum Autor gibt, dessen innerlicher Eindruck nun benannt wird. Diese Gegenüberstellung von äußerer Staffage und innerem Bezug ist, sagt Benn, „heute eine primitive Art, seine lyrische Substanz zu dokumentieren“. Gehen Sie also beim „Alleinsein mit der Sprache“ (Hugo Friedrich) so weit, dass die Sprache schließlich selbst allein zu sein scheint.

3. Fassen Sie sich kurz

Es klingt banal, aber die Entscheidung zwischen kurzem und langem Gedicht ist die erste elementare Setzung jedes Dichters. Für Laien und Anfänger ist Kürze besser. Sie zwingt zur Konzentration und Verdichtung und schließt manches Klischee schon aus, weil gar kein Platz dafür ist.

4. Halten Sie sich an strenge Formen

Durch Bertolt Brecht sind freie Rhythmen in der deutschen Lyrik endgültig salonfähig geworden. Aber Brecht hatte, sogar wenn er freie Verse schrieb, immer die strengen Formen der Antike im Ohr. Bedenken Sie, dass er bis an sein Lebensende zum reinen Vergnügen gerne Horaz auf Lateinisch las! Wenn Ihnen bei „Nunc est bibendum“ nur Weinetiketten einfallen und nicht „Nunc pede libero“ und die alkäische Ode auf den Tod der Kleopatra, dann lassen sie die Finger von freien Versen. Brecht selbst gab in seinem Aufsatz „Über reimlose Lyrik mit unregelmäßigen Rhythmen“ zu: „Überhaupt ist diese freie Art, den Vers zu behandeln, wie zugegeben werden muss, eine große Verführung zur Formlosigkeit: die Güte der Rhythmisierung ist nicht einmal so weit garantiert wie bei regelmäßiger Rhythmisierung.“

5. Reimen Sie

Auch wenn Benn „eine gewisse Erschöpfung des Reims“ konstatierte, hielt er doch fest: „Der Reim ist auf jeden Fall ein Ordnungsprinzip und eine Kontrolle innerhalb eines Gedichts.“ Entscheidend ist der Klang, niemals das Schriftbild: Bord reimt sich auf Wort. Der Reim muss nicht immer echt sein, manchmal reicht schon eine Assonanz – so heißt es, wenn nur die Vokale gleich sind: fahren/tragen - über/Züge. Gegen die Erschöpfung hilft auch, wenn Sie auch mal ungewöhnliche Wörter miteinander reimen oder assonieren. Damit haben George und Benn ihre Reime erfrischt, als das Repertoire der Vorgängergenerationen abgenutzt war. Seitdem sind zig Hunderttausende neue Wörter dazugekommen. Nutzen Sie sie. Warum nicht mal Spagat auf Laktat reimen?

6. Wagen Sie Enjambements

Sie müssen nicht immer die letzten Wörter eines Satzes aufeinander reinem. Dadurch klingen Gedichte leicht wie Büttenreden. Sie können auch einmal Wörter, die mitten im Satz liegen, miteinander verbinden. Das nennt man Enjambement, und es sieht so aus wie beispielsweise im dritten und vierten Vers der ersten Strophe von Stefan Georges„Komm in den totgesagten park“

Komm in den totgesagten park und schau: 
Der schimmer ferner lächelnder gestade – 
Der reinen wolken unverhofftes blau
Erhellt die weiher und die bunten pfade.

7. Wählen Sie eine klassische Gedichtform

Im Deutschen haben sich das Sonett oder die Stanze bewährt. Das Sonett ist ein vierzehnzeiliges Gedicht aus zwei vierzeiligen und zwei dreizeiligen Strophen. In den beiden Vierzeilern reimen sich klassischerweise die erste und die vierte sowie die zweite und die dritte Zeile. In den Dreizeilern reimen sich die ersten beiden Zeilen und dann die jeweils dritte Zeile. Die deutsche Stanze besteht aus acht Versen, in denen sich der erste, dritte und fünfte Vers, der zweite vierte und sechste Vers sowie der siebte und achte Vers aufeinander reimen. Wenn Sie etliche Jahre lang Sonnette oder Stanzen gebaut haben, dürfen Sie sich dann auch mal an etwas anderes wagen.

8. Denken Sie über Metren nach

Die klassischen deutschen Versformen sind der fünfhebige oder der sechshebige Jambus, der sogenannte Alexandriner. Ein Jambus ist ein Versfuß, bei dem auf eine unbetonte eine betonte Silbe folgt. Im „Totgesagten park“-Gedicht steht dafür beispielhaft das Anfangswort erhellt. Aber eher selten ist der Jambus wie hier identisch mit einem Wort, normalerweise sind Wörter und Versfüße gegeneinander verschoben. So wie bei: Der schimmer ferner lächelnder gestade. Wenn es fünf Betonungen innerhalb eines Verses gibt, ist das ein fünfhebiger Jambus – wie bei George. Wenn das Versende mit einer Hebung zusammenfällt, nennt man das männliche Endung, wenn noch eine unbetonte Silbe folgt, nennt man das eine weibliche Endung. Beim zitierten George-Vers sind die Reime auf schau und blau männlich, die auf gestade und pfade weiblich.

9. Betonen Sie auch gegen das Metrum

Man nennt das schwebende Betonung. Wenn metrische und natürliche Betonung zusammenfallen, wirkt das rasch ermüdend, vor allem wenn es im an sich schon sehr regelmäßigen jambischen Metrum geschieht. Brecht schreibt: „Sehr regelmäßige Rhythmen hatten auf mich eine mir unangenehme einlullende einschläfernde Wirkung, wie sehr regelmäßig wiederkehrende Geräusche (Tropfen aufs Dach, Surren von Motoren).“ Füllen sie auch mal unbetonte Silben auf, wie es George gleich am Anfang mit dem Komm tut, oder belegen sie metrisch betonte Silben mit natürlich unbetonten Silben: Der Schimmer ferner lächelndér Gestade.

10. Tun Sie mal das Gegenteil

Sie können genau das, wovon Ihnen eben abgeraten wurde, für Effekte nutzen. Dann entsteht im besten Fall ein düsterer, etwas hypnotischer Effekt. Sogar Brecht spricht von einer „Art Trance, von der man sich vorstellen konnte, dass sie einmal hatte erregend wirken könnte“. Das tat sie noch bei Georg Heym, der so den typischen Sound seiner Gedichte schuf. In „Die Stadt“ variiert er noch den Auftakt gegenmetrisch, dann entsteht der gewünschte Singsang: 
Sehr weit ist diese Nacht. Und Wolkenschein
Zerreißet vor des Mondes Untergang.
Und tausend Fenster stehn die Nacht entlang 
Und blinzeln mit den Lidern, rot und klein.
Wie Aderwerk gehn Straßen durch die Stadt,
Unzählig Menschen schwemmen aus und ein.
Und ewig stumpfer Ton von stumpfem Sein
Eintönig kommt heraus in Stille matt.

11. Wagen Sie auch Daktylen

Der Daktylus ist im Deutschen ein Versfuß, bei dem auf eine betonte Silbe zwei unbetonte folgen. Im Grunde ein Dreivierteltakt. Durch ihn entsteht im Gedicht immer etwas tänzerisch Schwingendes, so wie in Goethes „Lied der Parzen“ aus dem „Iphigenie-Drama (wo den Daktylen, wie meistens, unbetonte Auftaktsilben vorangestellt sind): 
Es fürchte die Götter
Das Menschengeschlecht!
Sie halten die Herrschaft
In ewigen Händen,
Und können sie brauchen,
Wie’s ihnen gefällt.

12. Vorsicht bei Trochäen

Der Trochäus ist das Gegenteil eines Jambus. Hier folgt auf eine betonte eine unbetonte Silbe. Goethe nutzte ihn gern, auch Heine im Epos „Atta Troll“: 
Traum der Sommernacht! Phantastisch
Zwecklos ist mein Lied. Ja, zwecklos
Wie die Liebe, wie das Leben,
Wie der Schöpfer samt der Schöpfung! 

Aber für Laien ist er riskant. In einem vom Schriftstellerverband der DDR herausgegebenen Lehrbuch für Dichter schreibt Ernst Stein: „Man darf vielleicht sagen, dass der Jambus besser trägt, dass er schmiegsamer gleitet als der Trochäus. Der beginnt schwerer, er ist offensichtlich für eine fallende Bewegung geeignet. Bei langsamem Sprechen wirkt er ernster als der Jambus; bei schnellem Tempo bekommt er etwas Laufendes, Vor-Läufiges. Er ist dann fahler als der Jambus.“

13. Bloß kein „wie“

Wenn es im Gedicht zur Wirklichkeitszertrümmerung und Zusammenhangsdurchstoßung kommen soll, dann darf nicht nur verglichen werden, sondern die Phänomene müssen als identisch behauptet werden. Nicht Wie - ein Stern in einer Sommernacht! Wieder Benn: „Dies Wie ist immer ein Bruch in der Vision, es holt heran, es vergleicht, es ist keine primäre Setzung“.

14. Lassen Sie Ihre Metaphern modern wirken

Nicht mehr einfach Vergleich, schlimmstenfalls mit Genitiv-Konstruktionen: „Der Sonne glühender Ball“ – das ging vielleicht im späten 18. Jahrhundert, heute nicht mehr. Heute besteht die Kunst darin, etwas Verblüffendes und dennoch Einleuchtendes zu finden. Das stellen sie Sie zueinander und lassen so bestenfalls „das absolut Ungleiche identisch werden“ (Hugo Friedrich) wie Else Lasker-Schüler: Auf deinen Wangen liegen goldne Tauben.

15. Vorsicht vor Farben

Wer in Farbadjektiven wie pupurn, opalen, azurn schwelgt, will Sinnlichkeit evozieren, „übersieht aber, dass diese Farben ja reine Wortklischees sind, sind die besser beim Optiker und Augenarzt ihr Unterkommen finden“ (Benn).

16. Besingen Sie Hässliches

Niemand dichtet heute mehr über Heideröslein und Feinsliebchen. Seit Baudelaire in seinen „Blumen des Bösen“ das Ungeziefer der Bettler schon durch den vierten Vers des Widmungsgedichts krabblen ließ, singt man über Krebs, Fäulnis, Prostitution, Schrottimmobilien, Autobahnen, Blutgefäße, Hautkrankheiten, Algen. Erst wenn Sie es darin zur Meisterschaft gebracht haben, können Sie sich wieder an etwas Schönes trauen – wie Benn, der anfing mit Gedichten über Krebsbaracken und sich am Ende an Rosen und Schwalben wagte.

17. Wählen Sie nüchterne Wörter

Meiden Sie, was Benn den „seraphischen Ton“ genannt, also alle semantischen Harfenklänge: rauschende Brunnen, schöne Nacht, Grillenzirpen, Gebetet. Stattdessen Wörter wie Eiswürfel. Gerne Fachwortschatz aus Geologie und Medizin, Jura, Viehzucht, Meteorologie.

18. Gedichte auswendig Lernen

Injizieren Sie sich den Klang der Meister. Sprechen Sie sich das auswendig Gelernte laut vor, wann immer es geht. Hundertmal Goethes „Willkommen und Abschied“ ist wie hundert Besuche im Lyriker-Fitnesstudio. Also los: 
Mir schlug das Herz; geschwind zu Pferde,
Und fort, wild, wie ein Held zur Schlacht!
Der Abend wiegte schon die Erde,
Und an den Bergen hieng die Nacht;
Schon stund im Nebelkleid die Eiche,
Ein aufgethürmter Riese, da,
Wo Finsterniß aus dem Gesträuche
Mit hundert schwarzen Augen sah.

19. Seien Sie sehr jung. Oder sehr alt

Alle große Dichter haben von den sechs bis acht wirklich vollendeten Gedichten, die sie geschaffen haben, überproportional viele als ganz junge und als sehr alte Menschen hervorgebracht. Am frappierendsten ist es bei Brecht: Ganz am Anfang „Erinnerung an die Marie A.“ und der „Choral vom großen Baal“, am Ende die„Buckower Elegien“.

Wir leben in chaotischen Zeiten, in denen fast nichts mehr als selbstverständlich vorausgesetzt werden kann. Unsere Sommerserie schafft Abhilfe – und liefert Anleitungen für elementare Kulturtechniken

DIE WELT-edition© Axel Springer SE. Alle Rechte vorbehalten

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Aus den Feuilletons

Poet werden in 19 Schritten

Von Ulrike Timm | deutschlandfunk

"Die Welt" verspricht mit einer "Handreichung in 19 Paragraphen" aus jedem einen Dichter machen zu können, der zumindest "akzeptable Poesie" hervorbringt. Ein paar Regeln muss man durchaus lernen, es ist aber auch hilfreich, sehr jung oder sehr alt zu sein.

Die WELT will uns zu ganz ordentlichen Dichtern ausbilden. Ja. Matthias Heine ist sich sicher - "die allgemeine Kenntnis bestimmter Regeln" befähige auch "Menschen, die keine Originalgenies" seien, "akzeptable Poesie hervorzubringen". Das hat er von Goethe, der von akzeptabler Poesie ja einiges verstand. Also nur zu - "Eine Handreichung in 19 Paragraphen".

Anleitung für elementare Kulturtechniken

Punkt 1: "Vergessen Sie Ihre Stimmungen", denn Gedichte sind "nicht aus Gefühlen gemacht, sondern aus Worten". Und um das noch zu verstärken, zitiert die WELT herzzerreißende Zeilen von Heine, die sensibelst den Tod beschwören - "Heine hat danach noch Jahrzehnte munter weiter gelebt".

Weitere Rezeptzutaten: "Reimen Sie"  - wer hätte das gedacht! - oder "Wählen Sie eine klassische Gedichtform - Im Deutschen haben sich das Sonett und die Stanze bewährt. Dadurch klingen Gedichte leicht wie Büttenreden". Für die, die Inhalt und Worte ihrer Poesie noch suchen, hat die WELT die Lautgestalt eines Sonetts schon mal sorgfältig aufgemalt, "das Versmaß, der Jambus, bringt den Wechsel von unbetonter und betonter Silbe." Den Rhythmus haben Sie also schon mal, da sollte der Rest doch ein Klacks sein.

Paragraph 19 allerdings wird viele Neudichter wieder herauskatapultieren, "Seien Sie sehr jung. Oder sehr alt!"denn: "Alle großen Dichter haben von den sechs bis acht wirklich vollendeten Gedichten, die sie geschaffen haben, überproportional viele als ganz junge und als sehr alte Menschen hervorgebracht." Fies eigentlich, das erst an neunzehnter und letzter Stelle zu bringen, denn der klassische WELT-Leser befindet sich meist irgendwo im leicht gehobenen Mittelalter und kann jetzt einpacken.

Die ganzseitige Anleitung"Mehr Krebs, weniger Heideröslein!" bildet den sogenannten Kultur-Knigge in der WELT, die sich in einer großen Serie um "Anleitungen für elementare Kulturtechniken" bemüht, diesmal unter heftiger Zuhilfename der Herren Benn, Brecht und Goethe.

Wieviel Denken tut dem Schreiben gut?

Wer jetzt hofft oder fürchtet, dass die Kulturpresseschau….. nein, wir bleiben schnöde Prosa.

"Gute Pimmelwitze gehen immer"– rumms. Das steht in der TAZ und beschwört auch Literatur. Sven Regener las beim Sommerfest des Literarischen Colloquiums Berlin und animierte den Festbesucher Jan Jekal zu diesem knappen Fazit. Bei dieser Veranstaltung ging es u.a. darum, wieviel Denken dem Schreiben gut tut.

Und auch in der FAZ betritt die Literatur Seitenwege. Sandra Kegel hat aufgespießt, wie sich die Verlagsgruppe Holtzbrinck einen Lesekreis vorstellt. Der funktioniert anscheinend vor allem über geselliges Trinken. "Probieren Sie es lieber mit einem leichten Wein zum Buch, der auch zu kleinen Snacks überzeugt. Setzen Sie auf frische Weißweine, die voll im Geschmack sind , wie ein Pinot Grigio oder ein Grüner Veltliner."

Nur schlechte Künstler wollen die totale Illusion

Falls Sie nun betrübt feststellen, dass auch dieses Doping bei Ihnen zum beschwipsten Lesen, aber nicht zum selbstdichterischen Durchbruch führt, dann tröstet Sie womöglich die Frankfurter Allgemeine Zeitung eine Seite weiter. Die widmet sich dem Schönen Schein. Eine Ausstellung in der Münchner Kunsthalle geht der Frage nach, warum wir uns von Künstlern so gerne täuschen lassen. Stefan Trinks berichtet von der "glänzenden Schmeißfliege, die jedermann von den Gemälden verjagen will, genau wie man die vielen gemalten Zeuxis-Trauben und Parrhasios-Vorhänge in der Ausstellung unbedingt berühren will."Aber auch von den Löchern, in die man wirklich fällt, weil man sie für gemalt hält – die waren eben leider echt.

"Eine Formel lässt sich der großen Münchner Illusions-Schau wohl abgewinnen: Nur schlechte Künstler wollen die totale Illusion und Immersion; echte Künstler beharren auf einer Reflexion des Bildseins im Bild!" Da trifft sich der Tenor der offenbar eindrucksvollen Schau "Lust der Täuschung" mit den Grenzen des ordentlichen Gebrauchsdichtertums, zu dem uns die WELT animieren will...

Wie hieß da Paragraph 3?"Fassen Sie sich kurz" Ok.

SchlussAusVorbei.

deutschlandfunk kultur

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tja - und diesem "bullshit"-kurs 👻 kann ich ja nur noch eine eigene wortaneinanderreihung
aus den tiefen meines "archivs" hinzufügen - in der ich alle oben hingeworfenen "gesetze" einfach übertreten habe - 
oder vielleicht auch nicht
keine ahnung
juckt mich aber auch nicht ...


S!|art: da könnt ich namen nennen


da könnt ich namen nennen

ich versteh nicht so ganz
wo ihr bleibt
wenn ja - wenn -

da sind gerüche

unter den fingerkuppen
frisch und tiefgründig

letztlich unter den 

fingernägeln: entfaltend
vorüberhuschend

da liegt die programmzeitung

offen: ... da könnte ich
namen nennen ....

da stauch ich die lider

über die viel zu trocknen pupillen
da sternen die nicht-

sess-haften im innehalten

vorübergehend 
abtauchen - schnauze haltend - 

hin und wieder sollt man

sollt man - zerknittern
aber niemand - hält sich dran
fällt  ...

sinedi - 15.12.2014




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