"Die Idee ist, dass Kunst helfen kann"
Wie die Art Basel Miami die Klimakrise bewältigte
Bei der 17. Ausgabe des einwöchigen Kunstereignisses, das Kunstliebhaber immer wieder zu über über 300 Ausstellern, ein Dutzend Art-Events und Hunderten von VIP-Partys lockt, war Nachhaltigkeit ein dominierendes Thema.
Was hier jedoch ziemlich ironisch ist, wenn man bedenkt, dass die Miami Art Week wahrscheinlich das exzessivste Event für zeitgenössische Kunst in Amerika überhaupt ist. Leere Champagnerflaschen sind überall verteilt und Einheimische holen nun den immensen Müll ab, nachdem Partygänger, Prominente und Kunstliebhaber längst wieder verschwunden sind.
Doch der Klimanotfall ist auf der Kunstmesse das Thema und zeigt so mit den nackten Fingern auf Yachten, den luxuriösen Lebensstil, die Umweltverschmutzung durch Autos und Plastikflaschen.
Aber ist eine solche Kunst überhaupt verkaufbar? Ein Kurator sagt, dass Protestkunst kommerziell kaum zu vermarkten ist, aber viele Künstler haben ihre Zeit trotzdem investiert.
Wie der norwegische Künstler Thale Fastvold kürzlich sagte: „Die Wissenschaft hat ein Kommunikationsproblem, das die Kunst ja vielleicht lösen kann.“
Klimaschmelze
Seltsamerweise ist eines der faszinierendsten Kunstwerke in Miami in einem Hotel-Swimmingpool.
Der brasilianische Künstler Rubem Robierb hat eine schmelzende Eisskulptur geschaffen, die von der Klimanotrufrede der 16-jährigen schwedischen Umweltaktivistin Greta Thunberg inspiriert ist, die sie kürzlich bei den Vereinten Nationen gehalten hat.
Die Worte„How Dare You“ (Wie kannst du es wagen?), die aus zwei Tonnen Eis gemeißelt waren und sich über eine Länge von 36 Fuß (ca. 11 m) erstreckten, schwammen über den Pool des Shore Club South Beach, bevor sie schmolzen.
Ziel sei es, den alten Lebenssystemen entgegenzutreten, die nun eine jüngere Generation frustrieren. Dieses Kunstwerk hat allerdings nur acht Stunden "überlebt".
„Ich war beeindruckt von Greta Thunbergs kraftvoller und mutiger Rede bei den Vereinten Nationen - und als ich sie sah, wusste ich, dass ich etwas gegen unseren Planeten unternehmen musste“, sagte Robierb. „Meine Mission als Künstler ist es, schwierige Problematiken zu bearbeiten. Der Klimawandel ist das größte Problem aller Zeiten, da er jedes Lebewesen auf unserem Planeten betrifft. “
Textausschnitt nach Nadja Sayej (The Guardian)
Abbildung: „How Dare You“ (Wie kannst du es wagen?)
Foto: Rubem Robierb | aus dem: Guardian | sinedi|gif|bearbeitung
da sieht man etwas von dieser unbändigen freiheit der kunst, wie sie in der phantasie und in der kreativität im "homo artifex", dem künstlerischen menschen, von natur aus oder von anfang an als "gabe" immer wieder ungebremst zum ausdruck kommt.
denn auch, wenn er seine mühen nicht vermarkten kann, schafft er "aus sich heraus" kunstwerke, die die umwelt abbilden und kommentieren und bewerten - und beschwören. das sehen wir nicht nur in der derzeitigen "großen kunst" wie hier auf kunstmessen oder in museen - sondern besonders auch zum beispiel in den bunten tags der streetart-bewegung (stichwort: banksy u.a.) - aber auch schon vor fast 50.000 jahren in den gigantischen und rätselhaften höhlenbildern, die man kürzlich erst auf sulawesi entdeckt und versucht hat auszuwerten, mit deren deutung man sich aber noch schwertut.
aber mit überdimensionalen gräben und ritz- und scharrbildern, deren zusammenhang und darstellung nur aus dem flugzeug zu erkennen ist, hat man bereits vor ca. 3000 jahren in peru in der wüste von nazca nach neuesten deutungen die götter wohl um regen nach langer dürre angefleht: und so entstanden im laufe der zeit durch prozessions- und meditativ ausgelatschte wege eine zusammenhängende rituelle landschaft mit riesigen aufgekratzten und festgetretenen pfaden und wegen - und auch diese wege und rituellen prozessionen begannen damals mit dem impuls irgendeines besorgten menschen, der den ersten schritt machte: jeder weg beginnt mit dem ersten schritt.
und der grund war bereits dort in der antike ein klimawandel: je trockener es wurde, desto mehr mussten sich die priester einfallen lassen, um wasser von den hängen der anden herabzubeschwören. lange noch ging dieser zauber gut, doch um 600 nach christus war das gebiet endgültig verwüstet.
also schon immer bemühte der mensch eigentlich zum beschwören der götter und zur besserung der umweltbedingungen seiner jeweiligen zeit seine aktivität, seine kreativität und sein kunstschaffen.
und das werk von rubem robierb ist ja jetzt schon wieder längst dahingeschmolzen und gar nicht mehr da, hat aber sicherlich die worte und auch die wut von greta thunberg in besonders "ausdrücklicher" weise mit unterstrichen.
doch gleichzeitig beinhaltet ja diese eisschmelze für mich wenigstens auch die assoziation von "vergänglichkeit", von "tränen" und "weinen" - also von "trauer"über diesen zustand unseres planeten - aber die kehr seite von "vergänglichkeit" ist auch die "überwindung" und der paradigmenwechsel.
ich hoffe, dass die wut von frau thunberg - auch im übertragenen sinne - sich nicht in einem tränenmeer austropft, sondern vielmehr anstachelt zum handeln und zur (ver-)wandlung in unserem alltag und in unseren ansinnen, in der politik und in den oft genug völlig überflüssigen "geschäften" von denen da oben und folglich eben von uns hier unten.
Wie die Art Basel Miami die Klimakrise bewältigte
Bei der 17. Ausgabe des einwöchigen Kunstereignisses, das Kunstliebhaber immer wieder zu über über 300 Ausstellern, ein Dutzend Art-Events und Hunderten von VIP-Partys lockt, war Nachhaltigkeit ein dominierendes Thema.
Was hier jedoch ziemlich ironisch ist, wenn man bedenkt, dass die Miami Art Week wahrscheinlich das exzessivste Event für zeitgenössische Kunst in Amerika überhaupt ist. Leere Champagnerflaschen sind überall verteilt und Einheimische holen nun den immensen Müll ab, nachdem Partygänger, Prominente und Kunstliebhaber längst wieder verschwunden sind.
Doch der Klimanotfall ist auf der Kunstmesse das Thema und zeigt so mit den nackten Fingern auf Yachten, den luxuriösen Lebensstil, die Umweltverschmutzung durch Autos und Plastikflaschen.
Aber ist eine solche Kunst überhaupt verkaufbar? Ein Kurator sagt, dass Protestkunst kommerziell kaum zu vermarkten ist, aber viele Künstler haben ihre Zeit trotzdem investiert.
Wie der norwegische Künstler Thale Fastvold kürzlich sagte: „Die Wissenschaft hat ein Kommunikationsproblem, das die Kunst ja vielleicht lösen kann.“
Klimaschmelze
Seltsamerweise ist eines der faszinierendsten Kunstwerke in Miami in einem Hotel-Swimmingpool.
Der brasilianische Künstler Rubem Robierb hat eine schmelzende Eisskulptur geschaffen, die von der Klimanotrufrede der 16-jährigen schwedischen Umweltaktivistin Greta Thunberg inspiriert ist, die sie kürzlich bei den Vereinten Nationen gehalten hat.
Die Worte„How Dare You“ (Wie kannst du es wagen?), die aus zwei Tonnen Eis gemeißelt waren und sich über eine Länge von 36 Fuß (ca. 11 m) erstreckten, schwammen über den Pool des Shore Club South Beach, bevor sie schmolzen.
Ziel sei es, den alten Lebenssystemen entgegenzutreten, die nun eine jüngere Generation frustrieren. Dieses Kunstwerk hat allerdings nur acht Stunden "überlebt".
„Ich war beeindruckt von Greta Thunbergs kraftvoller und mutiger Rede bei den Vereinten Nationen - und als ich sie sah, wusste ich, dass ich etwas gegen unseren Planeten unternehmen musste“, sagte Robierb. „Meine Mission als Künstler ist es, schwierige Problematiken zu bearbeiten. Der Klimawandel ist das größte Problem aller Zeiten, da er jedes Lebewesen auf unserem Planeten betrifft. “
Textausschnitt nach Nadja Sayej (The Guardian)
Abbildung: „How Dare You“ (Wie kannst du es wagen?)
Foto: Rubem Robierb | aus dem: Guardian | sinedi|gif|bearbeitung
da sieht man etwas von dieser unbändigen freiheit der kunst, wie sie in der phantasie und in der kreativität im "homo artifex", dem künstlerischen menschen, von natur aus oder von anfang an als "gabe" immer wieder ungebremst zum ausdruck kommt.
denn auch, wenn er seine mühen nicht vermarkten kann, schafft er "aus sich heraus" kunstwerke, die die umwelt abbilden und kommentieren und bewerten - und beschwören. das sehen wir nicht nur in der derzeitigen "großen kunst" wie hier auf kunstmessen oder in museen - sondern besonders auch zum beispiel in den bunten tags der streetart-bewegung (stichwort: banksy u.a.) - aber auch schon vor fast 50.000 jahren in den gigantischen und rätselhaften höhlenbildern, die man kürzlich erst auf sulawesi entdeckt und versucht hat auszuwerten, mit deren deutung man sich aber noch schwertut.
aber mit überdimensionalen gräben und ritz- und scharrbildern, deren zusammenhang und darstellung nur aus dem flugzeug zu erkennen ist, hat man bereits vor ca. 3000 jahren in peru in der wüste von nazca nach neuesten deutungen die götter wohl um regen nach langer dürre angefleht: und so entstanden im laufe der zeit durch prozessions- und meditativ ausgelatschte wege eine zusammenhängende rituelle landschaft mit riesigen aufgekratzten und festgetretenen pfaden und wegen - und auch diese wege und rituellen prozessionen begannen damals mit dem impuls irgendeines besorgten menschen, der den ersten schritt machte: jeder weg beginnt mit dem ersten schritt.
und der grund war bereits dort in der antike ein klimawandel: je trockener es wurde, desto mehr mussten sich die priester einfallen lassen, um wasser von den hängen der anden herabzubeschwören. lange noch ging dieser zauber gut, doch um 600 nach christus war das gebiet endgültig verwüstet.
also schon immer bemühte der mensch eigentlich zum beschwören der götter und zur besserung der umweltbedingungen seiner jeweiligen zeit seine aktivität, seine kreativität und sein kunstschaffen.
und das werk von rubem robierb ist ja jetzt schon wieder längst dahingeschmolzen und gar nicht mehr da, hat aber sicherlich die worte und auch die wut von greta thunberg in besonders "ausdrücklicher" weise mit unterstrichen.
doch gleichzeitig beinhaltet ja diese eisschmelze für mich wenigstens auch die assoziation von "vergänglichkeit", von "tränen" und "weinen" - also von "trauer"über diesen zustand unseres planeten - aber die kehr seite von "vergänglichkeit" ist auch die "überwindung" und der paradigmenwechsel.
