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Reisende, Suchende, Vertriebene

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Reisende, Suchende, Vertriebene

20 Titel für Buchpreis nominiert – Liste von »poetischer Tiefe«

Biller, Geiger, Hegemann und Klüssendorf: Auf der Longlist des Deutschen Buchpreises tauchen bekannte Namen auf. Anders als im Vorjahr dominieren dieses Mal die Frauen.

Beim Wühlen durch 199 neue Romane habe die Jury »überraschende Entdeckungen« gemacht, sagt Sprecherin Christine Lötscher.

»Die Lage der Welt scheint den deutschsprachigen Autorinnen und Autoren auf den Nägeln zu brennen«, sagt Lötscher. »Ihre Romane versuchen diese Fragen in der ganzen poetischen Tiefe auszuloten, indem sie ihre Figuren als Reisende, Suchende oder Vertriebene ihre Vergangenheit und Gegenwart erkunden lassen.«

Aus diesen 20 Büchern wird nun die sechs Titel umfassende Shortlist kreiert. Diese wird am 11. September veröffentlicht, bevor dann am 8. Oktober zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse die Siegerin (?) verkündet wird.

Textbausteine aus: WESTFALEN-BLATT, Nr. 188, Mittwoch 15.August 2018 - S.14 (dpa).




Die nominierten Autoren mit ihren Romanen

  • Carmen-Francesca Banciu: Lebt wohl, Ihr Genossen und Geliebten!
  • María Cecilia Barbetta: Nachtleuchten
  • Maxim Biller: Sechs Koffer
  • Susanne Fritz: Wie kommt der Krieg ins Kind
  • Arno Geiger: Unter der Drachenwand
  • Nino Haratischwili: Die Katze und der General
  • Franziska Hauser: Die Gewitterschwimmerin
  • Helene Hegemann: Bungalow
  • Anja Kampmann: Wie hoch die Wasser steigen
  • Angelika Klüssendorf: Jahre später
  • Gert Loschütz: Ein schönes Paar
  • Inger-Maria Mahlke: Archipel
  • Gianna Molinari: Hier ist noch alles möglich
  • Adolf Muschg: Heimkehr nach Fukushima
  • Eckhart Nickel: Hysteria
  • Josef Oberhollenzer: Sültzrather
  • Susanne Röckel: Der Vogelgott
  • Matthias Senkel: Dunkle Zahlen
  • Stephan Thome: Gott der Barbaren
  • Christina Viragh: Eine dieser Nächte
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für mich ist das mit dem buchpreis jedes jahr fast so spannend wie der beginn der fußball-bundesliga-saison. und doch: ich weiß ja - oder glaube zu wissen - hinter einer solcher auswahl stecken auch marktstrategische überlegungen - und nicht nur literarische oder poetische klasse: nach welchem proporz wird da gewählt - und wer fliegt raus???

für mich ist das so ähnlich wie beim arzt, wenn der für irgendein "wehwehchen" den rezeptblock zückt oder die verordnung ausdrucken lässt: da mischt im hintergrund der pharmavertreter mit, der gestern ein kleines präsent dagelassen hat, und das verschreibungs-"budget" der kassen ... - und bei den büchern auf der longlist - und dann auf der shortlist - und zum schluss beim kreieren des buchpreises mischt sicher auch die verlagslobby mit - und die lizenzabteilungen, die die rechte ins ausland verscherbeln könn(t)en, und die literatur- und autorenagenturen und die diskussion um amazon und thalia und den kleinteiligen buchhandel vor ort - und die werbebranche und - und - und - ja und dann geht es ja auch noch um 'literatur' - von interessegeleiteten menschen für interessegeleitete menschen gemacht

und mal ganz ehrlich - und im vertrauen: die letzten preisträger oder shortlist-erwählten, die ich mir tatsächlich nach dem jedes jahr so spannenden kampf gekauft habe, habe ich fast alle nur bis zur hälfte "mit genuss" gelesen ...

für mich sind diese dicken raffiniert ausschwafelnden wälzer nichts - da kommt mir dann die jeweilige aktualität hier als blogger und meine eigenkreativen ambitionen in die quere und schütten dann meine hehre motivation einer weiteren "lektüre" einfach zu ...

da ich ein paar titel auch online gekauft habe auf dem kindle, wird amazon das mit einem click auf meinem kindle-konto auch bestätigen können.

und auch die "stichworte" dieser longlist 2018"reisende, suchende, vertriebene"reißen mich ja nun nicht vom hocker: das kann ich jeden tag haben, wenn ich mein spiegel-plus oder mein welt plus gold oder gar mein nytimes.com-konto oder die sz oder die "zeit" neben meinen beiden heimatzeitungen anknipse - und zwar ganz in echt und live und gut recherchiert - und die auswahlkriterien bestimme ich - natürlich nach dem die dazugehörenden redaktionen ihre jeweilige veröffentlichungs-priorität gesetzt haben...

überhaupt frage ich mich, ob ein rasches billiges und leider auch von sozialen netzwerken mit fake news durchseuchtes aber einigermaßen selbstbestimmtes computergestütztes infotainment in echtzeit nicht meinen literatur-bedarf längst abgelöst hat. 

okay - das ist schnelllebiges ex und hopp - aber das läuft im literaturbetrieb ja zu genüge bei dem ausstoß von rund achtzigtausend neuen veröffentlichungen im jahr - und wie wir sehen, denkt sich die autorenschaft zum größten teil zeitgemäß und marktgerecht nun auch literatur- und poesiewürdige aber auch pekuniär "gängige news" aus - gut - okay: gutkomponiert ist noch lange kein "fake" ...: aber ein eigentlich von mir zu erfüllendes multisinnliches agieren bringt mir nichts: (kopfhörer und headphone und handy und buch und tv etwa gleichzeitig - beim autofahren schon gar nicht) und das alles hintereinander kostet auch immer meine lebenszeit und und meine überweisung an amazon-kindle oder thalia ...





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